Vorweg eine kleine Erfolgsgeschichte aus USA, die man hier im Originaltext finden kann. Ge Wang, ein 31-jähriger unbekannter Junior Professor der Stanford Universität, hatte nie davon geträumt ein High-Tech Firmengründer zu werden. Aber sein Freund überredete ihn letzten Sommer Developper zu suchen und ein paar iPhone Apps zu bauen, um diese über den Appstore zu vertreiben.

Die neuetnstandene Firma wurde “Smule” getauft und erstellte im nu 4 Applikationen, die jeweils für einen Dollar im Appstore angeboten wurden. Dazu gehören die nicht-unbekannten Apps:

  • Virtual Lighter
  • Virtual Firecracker
  • Voice Changer
  • Make you sound like Darth Vader
  • Orcina

Das letztegenannte verwandelt das iPhone in ein elektronisches Blasinstrument und hat in knapp einem Monat 400.000 Downloads aus dem Appstore zu verzeichnen, so dass die Firma Smule ca. eine Million Dollar Umsatz machen wird und somit bereits profitabel arbeitet.

App Orcina verwandelt das iPhone in ein Blasinstrument

App Orcina verwandelt das iPhone in ein Blasinstrument

Der Apple Appstore wurde im Juni 2007 gelauncht, beherbergt ca. 10.000 mobile Applikationen, die wiederum ca. 300.000.000 mal runtergeladen wurden. Dazu Apple-CEO Steve Jobs: “We’ve never seen anything like this in our careers.”

Nach wie vor liegt der Markt für die Entwicklung mobiler Applikationen brach vor einem, quasi wie auf der grünen Wiese. Warum schwenkt aber nicht jede Software-Firma oder zumindest jeder freischaffende Developper um und beginnt fleißig Apps für den Appstore zu bauen, wenn dies so lukrativ erscheint? Meiner Meinung nach gibt es einige Hürden, die zu meistern sind.

  1. Ohne Mac kann man keine iPhone-Apps bauen, da das iPhone-SDK nur auf einem Mac läuft. Wahrscheinlich bleibt das auch erstmal so.
  2. Die Programmiersprache Objective-C ist für Starter relativ schwierig zu erlernen, da die Verwandschaft zu PHP oder Java, was die meisten ja im Alltagsgeschäft einsetzen, meines Erachtens nicht wirklich gegeben ist.
  3. Da wir es mit einer brandneuen Technologie zu tun haben, gibt es nur eine geringe Anzahl an Tutorials und Foren, die einem Helfen eine iPhone-App zu bauen. Vor allem deutsches Material habe ich bislang nicht gefunden. Die Totorials von Apple sind gut, aber eher Marketing orientiert und beantworten somit mal keine speziellen Tekkifragen
  4. Nicht jeder Entwickler ist auch bereit den Umsatz seiner App mit Apple zu teilen (derzeit fallen 30 % Provision für Apple an). Da der Appstore aber eine hochfrequentierte Plattform ist und der Entwickler sich “nur” um das Hochladen und Updaten seiner App kümmern muss, sollte ein Developper mit den 70 % erstmal leben können.
  5. Apple moderiert die hochzuladenen Apps. Das kann im schlimmsten Fall bedeuten, dass man monatelang an seiner Killer-iPhone-App bastelt, sie fertigstellt und hochlädt, Apple aber sagt, dass diese nicht den Ansprüchen genügt oder gar in Konkurrenz zu einer Apple-eigenen App stehe. Das war beispielsweise bei einem smarten Mailing-Client der Fall.
  6. Die meisten Anwender haben leider noch gar kein iPhone und viele werden ja wahrscheinlich auch nie eins besitzen, so dass die Entwickler “normaler” Webservices oder Webapplikationen für manche einfach lukrativer sein wird, da die Nutzerschaft viel viel größer ist.
  7. Für manche Anwendungsfälle reicht auch einfach die Entwicklung einer normalen Webseite aus, so dass man gar nicht in Tiefen der Programmeriung mit Objective-C steigen muss. Frameworks wie das iui-Framework oder iwebkit können dabei helfen. Allerdings kann man dann natürlich nicht von den Marketingleistungen des Appstores profitieren.