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Allein in Kalifornien

Nach einer tränenreichen Verabschiedung am Düsseldorfer Flughafen saß ich nun endlich  im Flugzeug auf dem Weg nach Amerika.In eine, mir bis dahin vollkommen fremde Welt. Durch meine Großmutter lernte ich K kennen. Eine Deutsche, die nach Amerika ausgewandert ist. Sie lebt mit ihrem Mann in Visalia, einer kleinen Stadt zwischen Los Angeles und San Fransisco.
Flug Den Flugplatz hatte ich glücklicherweise schon online einen Tag zuvor reserviert und konnte so am Gang sitzen und hatte Beinfreiheit, soweit dies überhaupt möglich war. Bei einem Flug von 12 Stunden sollte vorher unbedingt nach dem Platz geschaut werden! Neben mir saß ein Mann, den ich sofort als Amerikaner identifizierte, noch bevor er den Mund aufmachte. Sein kariertes Hemd und der Cowboyhut, den er trug verrieten ihn sofort. Wir hatten ein nettes Gespräch, in dem er mir von dem wunderschönen Palm Springs erzählte und mir die geografische Lage Amerikas genau erklärte. Ganz einfach ist es nicht, einen Amerikaner zu verstehen, wenn man zuvor nur mit Engländern oder in der Schule mit dem Lehrer auf Englisch kommuniziert hatte.

Ankunft Nach 12 Stunden landete das Flugzeug endlich sicher in Los Angeles. Geschlafen hatte ich natürlich nicht, denn ich war nicht nur zu aufgeregt, sondern hatte zudem noch einiges an Unterhaltungsprogramm im Flugzeug angeboten bekommen ( Filme, Musik, Spiele usw.). Auf dem Weg vom Flugzeug zu den Sicherheitskontrollen erzählte mir mein Sitznachbar noch ein wenig aus seinem Leben. Von seinem Umzug in einen anderen Staat, aus dem er wieder zurück gekehrt war und von seinem Hund. Ich mochte diesen Mann, doch an der Sicherheitskontrolle trennten sich unsere Wege. Ich musste durch die Absperrung für Ausländer, wo ich von einem Beamten nach Fingerabdrücken, Ausweis und Visum gefragt wurde. Allerdings war das nicht alles, denn man darf sich auf ein ausführliches Gespräch gefasst machen, bei dem man unter anderem den Grund seines Aufenthaltes preisgeben muss. Da ich einen netten Beamten abbekommen hatte ging ich erleichtert zur Gepäckausgabe und machte mich auf dem Weg zu einem Shuttlebus vor dem Flughafengebäude, der mich zu meinem Hotel in L.A. Downtown bringen sollte. Noch auf der Suche nach einem passenden Bus hörte ich plötzlich eine Frau neben mir Deutsch sprechen. Es handelte sich um eine junge Frau Mitte 20, die sich mit einem gleichaltrigen Mann, der einen Koffer hinter sich herzog, unterhielt. Ich sprach die beiden an und fragte, ob sie mir Auskunft über die Busverbindungen geben könnten. “Ich habe keine Ahnung, aber ich fahre sowieso in die Richtung. Wir nehmen dich einfach mit.”

Übernachtung in Los Angeles Einige Zeit später befand ich mich in meinem Hotel mitten in Los Angeles, nachdem wir uns mit dem Auto durch die Rushhour gequält hatten. Überglücklich ließ ich mich auf mein Bett fallen. Ich hatte es geschafft! Ich war in Amerika! Noch an diesem Abend nahm ich mir ein Taxi und schaute mir das berühmt berüchtigte Los Angeles bei Nacht an. Der Taxifahrer unterhielt sich mit mir und wir lachten viel. Am Bahnhof ließ er mich dann raus, damit ich mir ein Bus- und Zugticket für den nächsten Tag kaufen konnte.

Mit Amtrak nach Hanford Am nächsten Morgen stand ich, nach einer schlaflosen Nacht, beim Frühstück (Waffel mit Ahornsirup) früh auf, um kurz danach schnell wieder zum Bahnhof zu düsen. Von dort aus ging es zuerst mit dem Bus nach Bakersfield und von dort aus nach Hanford. In dem Bus von Amtrak führ ich an einer wunderschönen Landschaft aus Bergen vorbei und konnte nur staunen. In dem Bus befand sich, wie in all den Amtrak Bussen, eine hoch aufgedrehte Klimaanlage. Ich hatte glücklicherweise eine nette ältere Dame neben mir sitzen, die ihre Decke mit mir teilte. Danach ging es mit dem Zug weiter nach Hanford. Ich hatte vor etwas zu schlafen, aber ich unterhielt mich stattdessen mit einer älteren Frau, die eine lange Reise von einer Freundin zurürck gelegt hatte. Die  lila nachgemalten Augenbrauen der großen Frau und ihr Lächeln machten sie sehr sympathisch. Sie erzählte mir alles über Hanford, aber wir sprachen auch allgemein über kulturelle Unterschiede zwischen Amerika und Deutschland und somit verging die Zeit sehr schnell. Am Bahnhof angekommen versprach mir meine Gesprächspartnerin aus dem Zug mit mir zu warten bis ich abgeholt werden würde. Dies war allerdings nicht notwendig, denn der Mann von K. stand schon dort und schloss mich freundlich in seine Arme. Zusammen fuhren wir in seinem Pick-Up nach Visalia zu ihrem Grundstück.

Welcome to California Statt Schlaf bekam ich zuerst eine Führung und dann eine traditionelle Begrüßung. Dazu gehört selbstverständlich bekleidet in den hauseigenen Pool zu springen! Dass es die ereignisreichsten 3 Monate werden würden, die ich mir vorstellen konnte, ahnte ich bis dahin noch nicht.

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