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Als Au-Pair in Madrid

Die Idee

Die Idee hinter dieser Reise war, mich optimal auf mein bevorstehendes Spanisch-Abitur vorzubereiten. Somit habe ich mich erkundigt, was man in dieser Richtung an Möglichkeiten hat. Ich bin auf eine Agentur gestoßen, die Au-Pairs vermittelt und das nicht nur für 6 Monate oder länger, sondern auch während den Sommerferien. Somit war klar, dass ich mich dort bewerbe, und siehe da – es hat geklappt! Ich sollte in einer spanischen Familie unterkommen, die ihre zwei Kinder (4 und 6 Jahre alt) zweisprachig erzieht, deutsch und spanisch. So weit, so gut.

Die Umsetzung

Also habe ich meine Koffer gepackt und bin in die große weite Welt geflogen, natürlich nicht ohne großen Abschiedsschmerz am Flughafen. In Madrid wurde ich schon erwartet und habe mich bereits auf der Fahrt vom Flughafen zu meiner neuen Heimat für die nächsten 6 Wochen mit meinem neuen Papa sehr gut unterhalten. Wir haben eine Mischung aus deutsch und spanisch geredet, wobei ich feststellen musste, dass mein Spanisch erstaunlich schlecht war! Die Familie hat mich sehr herzlich aufgenommen, sie haben extra die Kinder noch nicht ins Bett geschickt, obwohl es schon nach 10 war, bis ich angekommen bin, aber ich habe mich auf Anhieb gut mit beiden verstanden. An dem Abend bin ich mit vielen neuen Eindrücken und ziemlich müde ins Bett gefallen.

Der erste Tag

Am nächsten Tag bin voller Erwartungen aufgewacht, die Kinder haben mich schon mit Spannung erwartet. Und das war auch direkt meine erste Aufgabe: mit den Kindern frühstücken! Meine “Mama” war da und hat mir alles gezeigt und mich auf alle wichtigen Sachen aufmerksam gemacht. Sobald das geklärt war, ging es – AB ZUM POOL! Da ich in einem Ortsteil von Madrid untergekommen bin, der etwa 10 Minuten Zugfahrt vom Zentrum entfernt lag, gab es dort eine Art Wohngemeinschaft. Es waren 12 Häuser, jeweils mit Kindern, die sozusagen im Hinterhof einen Pool haben, mit Bademeister und allem drum und dran. Das Paradies! Denn da ja auch für die spanischen Kinder Ferien waren, sollte ich jeden Morgen mit ihnen an den Pool, damit sie mit den Nachbars-Kindern spielen konnten. Zum Mittagessen dann kurz heim, und nochmal an den Pool bis zur Siesta, dann ist meine “Mama” wieder von der Arbeit nach Hause gekommen. Den Rest des Tages hatte ich für mich,

Das Abenteuer beginnt

Direkt am ersten freien Tag habe ich mich aufgemacht, die Stadt zu erkunden und war überwältigt von den Eindrücken und den vielen Menschen! Ich habe mich auch direkt für einen Sprachkurs angemeldet, der mehrmals die Woche abends stattfand. Nachdem ich dann einen kleinen Überblick über die Stadt gewonnen hatte, bin ich direkt zu meinem ersten Au-Pair-Treffen gegangen, welches alle 2-3 Wochen stattfand. Dort habe ich die Person kennen gelernt, die mich an die Familie vermittelt hat und dazu noch etwa 10 andere Au-Pairs. Ich habe mich in der Runde bei Kaffee und Kuchen sehr wohl gefühlt und die ersten Kontakte geknüpft. Die Au-Pairs waren sehr unterschiedlich, es waren ein paar deutsche Mädchen dabei, die teilweise in ihren Familien englisch unterrichteten, es waren aber auch ein paar Spanierinnen dabei und außerdem als Hahn im Korb ein Junge aus England. Ich habe mich gleich mit mit ein paar Mädels für den nächsten Tag verabredet. Und so begann auch schon eine gewisse Art von Alltag: Nach dem Frühstück an den Pool mit den Kids, Mittagessen, Pool, Spanischkurs. In diesem Kurs habe ich super viel gelernt, nicht nur an Sprachen, ich habe auch wieder Kontakte knüpfen können. An den Wochenenden war ich mit den Au-Pairs und den Leuten aus dem Kurs unterwegs. An einem Wochenende haben wir einen Ausflug nach Toledo gemacht, an einem anderen sind wir an den Strand gefahren. Mit den Kindern habe ich zwischen den Pool-Zeiten deutsche Spiele gespielt, die ich mitgebracht hatte und auch ein paar Sprachübungen. Es hat super viel Spaß gemacht, mit ihnen zu spielen und zu beobachten, wie sie von Woche zu Woche mehr auf Deutsch verstanden haben!

Die Sprache

Am Anfang hatte ich Schwierigkeiten, trotz 2 Jahren Spanisch in der Schule, einen verständlichen Satz zu formulieren. Nach einer Woche in der Stadt hat sich bei mir wie ein Schalter umgelegt, der es mir ermöglicht hat, dass es immer einfacher und einfacher wurde. Und dank meines Sprachkurses habe ich auch gelernt, mit vielen kleinen Wörtern, die man in der Schule als nervig empfindet, nicht nur einen Satz zu formulieren, sondern auch meine Gefühle auszudrücken.

Das Ende

Alles in allem habe ich sehr viel erlebt, super nette Menschen kennen gelernt und jede Menge Spaß mit den Kids gehabt! Ich kann nur jedem empfehlen, ähnliches zu unternehmen, man lernt nicht nur für die Schule, sondern fürs Leben.

Und das Lustige an der ganzen Geschichte: am Ende habe ich gar kein Abitur in Spanisch gemacht!

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