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Brisbane: Mt Coot-ha

Ein sehr beliebtes und nettes Ausflugsziel von Brisbane aus ist Mt Coot-ha. Meiner Meinung nach hat er die Bezeichnung „mountain“ mit seinen nicht einmal 300 m nicht unbedingt verdient, aber in Brisbane ist er nun mal die höchste Erhebung. Und Coot-ha Hill würde wahrscheinlich nicht so viele Besucher anlocken. Fakt ist, man hat wirklich eine nette Aussicht von da oben.
Zufälligerweise war ich zweimal innerhalb von drei Tagen auf dem Mt Coot-ha. Ich hatte zuerst mit einer Freundin geplant hochzuwandern, zwei Tage davor lud mich mein australischer Mitbewohner spontan ein, in seinem Auto hochzufahren. Die Aussicht ist wirklich toll – man sieht über ganz Brisbane und kann am Horizont sogar den Ozean ausmachen.
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Auf dem Rückweg machten wir halt in den Brisbane Botanic Gardens, die direkt am Fuß des Mt Coot-ha liegen. Da noch Winter war, standen die ganzen Bäume noch nicht in Blüten. Derjapanische Garten war aber trotzdem sehr schön.

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Am übernächsten Tag ging’s dann eben nochmal auf den Berg/Hügel. Aus Ermangelung eines eigenen Autos nahmen wir den Bus. Man kann mit dem Bus auch bis zur Aussichtsplattform hochfahren, aber wie gesagt wollten wir den Trail hinauflaufen. Wir stiegen also beim Botanischen Garten aus und suchten nach einem Schild, das den Anfang des Trails kennzeichnete. Fehlanzeige. Also erkundigten wir uns in der Information des Botanischen Gartens. Dort erhielten wir eine Karte, die alle Wege auflistete. Ob es an unseren Kartenlesekünsten lag oder die Karte einfach nur schlecht war, soll dem Leser überlassen sein zu entscheiden – auf jeden Fall fanden wir den Trail nicht. Nachdem unser erster eingeschlagener Weg in einer Siedlung mündete und der zweite in einem riesigen Spinnennetz, entschlossen wir uns der Hauptstraße auf den Berg hinauf zu folgen. Das war am Anfang ziemlich mühsam, da wir in der prallen Sonne laufen mussten, aber mit der Zeit wurde es schattiger. Die Abzweigung zum Trail fanden wir weiterhin nicht – oder auch nur irgendein Schild 😉 Anscheinend finden Australier Beschilderung nicht zwingend notwendig – so gibt es ja auch in den Bussen keinerlei Hinweise, wo man sich gerade befindet und was der nächste Stopp ist (und da der Bus nur hält, wenn man die Haltetaste drückt, und ziemlich zügig fährt, ist das nicht unproblematisch für einen Stadtneuling).
Jedenfalls kamen wir nach dieser kurzen Wanderung auf dem „Gipfel“ an und genossen nochmals die Aussicht. Dieses Mal war es auch wärmer und so kauften wir uns ein Eis. Zuerst war ich völlig geschockt vom Preis – $4.20 für eine Kugel! Dann wurde es aber billiger, zwei Kugeln kosteten „nur“ noch $5.80. Ich leistete mir also zwei Kugeln und es war eine sich wirklich lohnende Investition. Vor allem das White Chocolate Raspberry war ein Traum – es schmeckte wie gefrorene weiße Mousse au chocolate 🙂
Da es schon langsam dunkel wurde, machten wir uns also auf den Rückweg. Und tatsächlich entdeckten wir doch ein Schild, das einen Trail markierte! Obwohl wir zuerst daran vorbeiliefen, da es so unscheinbar war 😉 Also ging’s den Trail hinunter. Er verläuft durch einen trockenen Regenwald und ist ziemlich nett (aber natürlich nicht zu vergleichen mit feuchten Regenwäldern, wie zum Beispiel im Lamington National Park (Reisebericht folgt)). Es gibt auch eine Abzweigung auf den sogenannten Aboriginal Trail, auf dem einige Naturkunstwerke aufgestellt sind (Felsenmalereien, Schnitzereien, Steinkreise,…).
Schließlich kamen wir an einer Hauptstraße an. Rechts ging‘s aufwärts, links abwärts. Ohne die Karte zu konsultieren, entschlossen wir uns für links – schließlich wollten wir ja runter vom Berg und nicht rauf. Und richtig: natürlich war kein Schild da 😉 Also links. In Gespräche vertieft merkten wir dann gar nicht, wie lange wir eigentlich schon gelaufen waren – bis es auf einmal ziemlich dunkel wurde. Wir waren sicher schon eine halbe Stunde unterwegs und der Wald hatte sich noch nicht gelichtet. Also Karte raus. Wir fanden den Parkplatz, an dem wir vom Trail rausgekommen waren und die Hauptstraße – die Botanic Gardens lagen rechts davon, natürlich. Umgedreht und zurück. Schließlich erreichten wir die Gärten im Stockdunkeln. Keine Menschenseele zu sehen. Mit den schlimmsten Befürchtungen gingen wir zur Bushaltestelle und wir hatten Glück: Der letzte Bus sollte in 15 min kommen 🙂 Zwar wurden wir dann ein bisschen nervös, als er nach 30 min immer noch nicht da war, aber schließlich war er da und wir kamen wieder sicher in Brisbane an.
Die Zusammenfassung: Mt Coot-ha ist als Ausflugsziel sehr empfehlenswert – die Aussicht ist toll, das Eis fantastisch. Viel mehr kann man oben aber auch nicht machen (außer essen, aber ich fürchte, das Restaurant wird teuer sein). Deswegen empfehle ich wirklich raufzulaufen, damit man ein bisschen mehr vom Ausflug hat, und der Trail ist auch sehr schön hergerichtet. Und die Lösung des Rätsels „Wo beginnt der Trail von den Botanic Gardens aus?“: Zuerst die Hauptstraße entlang. Wenn dann links die Abzweigung auf den Mt Coot-ha kommt, wo alle Autos hinauffahren (und auch wir hoch sind), einfach weiter geradeaus. Man läuft dann noch 10-15 min an der Hauptstraße und dann kommt links ein großer Parkplatz. Dort geht’s hinauf – auch wenn ihr nie ein Schild sehen werdet 😉
Viel Glück beim Suchen! 🙂
Eure Marion

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