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Feet in the sand, salt in the hair. Welcome to Lanzarote

Wie vor jeder Reise waren die Erwartungen vor unserem Flug nach Lanzarote riesig: Wird das Haus tatsächlich so sein, wie auf airbnb angepriesen? Hält das Wetter? Und vor allen Dingen, wird es genügend Wellen und Wind geben? Die Wind und Wellen Frage quälte dabei natürlich am meisten…


Als das Flugzeug nach geschlagenen 5 Stunden Flug endlich spanischen Boden erreicht, winken uns bereits freundlich die Palmen zu – das Zeichen vom Süden, von Meer, von Sand und Salz in den Haaren – wir sind da. Allerdings erwartet uns nach der Gepäckannahme erst einmal die kühle Ernüchterung des Avis Service (hier schon mal ein kleiner Hinweis: Bucht niemals ein Auto über Avis, falls ihr ein Freund von zügiger Kundenabwicklung seid!) . Wir warteten nur angenehme 2 Stündchen am Avis Stand bis wir an der Reihe waren, um unser Mietauto in Empfang zu nehmen… Was solls, denken wir uns, als wir den ersten Schritt aus den sich automatisch öffnenden Glastüren machen und die frische kanarische Meeresluft einatmen. “Life is sweet” Über airbnb hatten wir ein kleines Haus in Costa Teguise gefunden – von den Fotos mehr als vielversprechend, war gleichermaßen die Sorge groß, dass das Haus in Realität doch ganz anders aussehen könnte. Doch nach der Mietwagenenttäuschung sollten die restlichen Überraschungen unseren Urlaubs durchweg positiv sein.
Das Haus glich einem verzauberten Ort oder besser noch, wie ein kleiner Traum, an den man sich während seiner Zeit in Berlin hinsehnt. Gelegen in einer schmalen Küstenstraße umgeben von Palmen und bunten Blumen lag unser neues Heim. Weiße Steinwände und einem Blick auf den atlantischen Ozean sobald man die Eingangstür öffnet. Als ich nachts aufwache und die Wellen an unsere Terrasse branden höre, muss ich kurz aufstehen und nachsehen gehen, ob es tatsächlich die Realität ist und kein Traum.
Nach einem wunderschönen Frühstück am nächsten Morgen auf der Terrasse geht es schnurstracks nach “Las Cucharas” – der Windsurfspot der Insel. Der Wind ist uns am ersten Tag jedoch noch nicht so gesonnen, so dass wir auf Empfehlung eines einheimischen Surflehrers – mit gewaltigem hawaiianischem Tattoo auf dem Arm – weiter nach Jameos del Agua fahren und dort eine kleine Bucht vorfinden, die offensichtlich ein Geheimtipp der Inselbewohner ist, da hier bereits einige wagemutige Windsurfer den Abstieg übers Riff in die Wellen gewagt hatten und sich vom Wind über Wasser gleiten ließen. Obwohl wir abends erschöpft von den vielen Eindrücken und Farben der Inseln am liebsten auf dem Sofa eingeschlafen wären, haben wir noch den Tipp unserer Vermieterin Rozenn im Kopf, dass direkt hinter dem nächsten Haus ein Weg am Meer entlang führt, der bis zum Stadtzentrum und den Ständen von Playa Teguise reicht. Also – Longboards unter die Füße und mit dem Sonnenuntergang im Rücken entdecken wir eine andere, ruhige Seite von Teguise, die praktisch frei von Touristen entlang der Küste verläuft und uns einen idealen Boden zum longboarden serviert. Auf der Hälfte des Weges machen wir Halt bei einem wunderschönen direkt an der Bucht gelegenen Restaurant/Bar, in dem man auf Sofas mit Blick aufs Meer den Abend sehr angenehm ausklingen lassen kann. Gegen Mitternacht kommt der Kellner zu uns uns meint, wir seien nun die letzten Gäste und dass die Kellner demnächst Feierabend machen würden, wir aber gerne noch einfach sitzen bleiben können. So dass wir den Abend mit atemberaubenden Blick und einem leckeren Cocktail in der Hand  genossen.
Am nächsten Morgen verkünden uns bereits das Laute Brechen der Wellen, dass heute der Wind vielversprechend sein würde und so sollte es auch sein: …. —- Paul: Surfing Las Chucharas —- Da zum selben Zeitraum auch Freunde von uns in Fuerte Ventura / El Risco surfen sind, nehmen wir kurzer Hand am Mittwochmorgen um 7 die Fähre von Lanzarote nach Fuerte Ventura. Das frühe Ausstehen kostet zwar im Urlaub einiges an Überwindung, wird uns jedoch auf der Fähre mit einem atemberaubenden Sonnenaufgang entschädigt. Nach einer halben Stunden setzten wir unsere Füße bereits auf die zweite kanarische Insel während des Urlaubs und fuhren Richtung Süden. Erster Stopp: La Pared. Da wir bereits so früh eintreffen, teilen wir diesen paradisieschen Ort nur mit einem französischen Pärchen, das dort mit seinem Bus den Früstückstisch deckte. Der Blick ist atemberaubend – die Natur zeigt sich an dieser Stelle von ihrer schönsten Seite – mit einem einem Meer, das in alle Blautöne getaucht ist, die wir uns vorstellen können und einer Steilküste, die durch das Millionenjahre lange Wellenbrechen ganz glatt gestrichen war. Die Flut ist gerade in ihrem vollen Element und spielt mit den Felsen wie einer kleiner Junge mit seine Spielzeugautos. Ein wahres Naturspektakel und der wohl beste Start in den Tag.
Als langsam die Touristen eintruddeln und der Ort dadurch leider ein wenig seines Zaubers einbüßt, machen wir uns – nach einem kurzen Longboard Stopp – auf den Weg nach El Risco. Surferfreundschaften haben die angenehme Eigenschaft als wäre die Zeit einfach stehen geblieben, seitdem man sich meistens vor genau einem Jahr an demselben Spot verabschiedete. Nach vielen Umarmungen und kurzen Berichten über das vergangene Jahr, heißt es nicht lang schnacken, rauf aufs Brett. Der Wind hackt. Die Wellen rufen.
—- Paul: Surfing El Risco —- Am nächsten Tag erwartet uns die Fähre zurück nach Lanzarote. Die nächsten Tagen nutzen wir den Wind und genießen das Leben am Meer, aber wollen auch den Rest der Insel nicht zu kurz kommen lassen und machen zwei wirklich lohnende Ausflüge auf den Markt nach Haria sowie einen Abstecher in die kleine aber sehr charismatische Stadt Teguise im Inland der Insel. Dort finden wir ganz zufällig ein kleines Restaurant, das uns erst durch seinen Hinweis auf einen kleinen geheimen Garten im Hinterhof auffällt. Neugierig betreten wir den Hof und sind im selben Moment gefangen von der Schönheit des Hauses und der Atmosphäre die das fast 400 Jahre alte Haus ausstrahlt. “La Cantina” macht uns an diesem Abend mit einem ausgezeichneten Weißwein der Insel und einer Fischplatte unendlich glücklich, wären wir nicht schon so satt gewesen, hätten wir am liebsten noch mal dieselbe. Portion verputzt. Vom Kellner dort bekommen wir die Empfehlung einen Abstecher nach La Famara zu machen, dem Wellenreit-Hotspot der Insel. Ich zitiere den Kellner: “Best international Waves”. Unserer Neugier ist damit in jedem Falle geweckt, so dass am nächsten Morgen die Autofahrt in Richtung Nordwesten der Insel in Angriff genommen wird – und der nette Kellner sollte Recht behalten. Das kleine Städtchen Famara strahlt eine freundliche und bunte Atmosphäre aus, die Straßen gesäumt von kleinen Surferläden und Restaurants und Menschen, die in ihrem Neoprenanzügen einen Kaffee schlürfen. In einem kleinen Laden leihen wir uns ein Wellenbrett und stürzen uns in die Wellen … —- Paul Wellenreiten Famara —- Nach 10 atemberaubenden Tagen auf Lanzarote geht die Reise mit der Fähre weiter nach Teneriffa… Aber Lanzarote wird uns wohl so schnell nicht mehr loslassen…

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