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Golfurlaub an der Algarve

Tag 4: Nachdem wir unsere Klamotten gepackt haben und uns bei Sebastiano für seine unglaublich freundliche, offene und tolle Art bedankt haben, machen wir uns mit dem Auto auf den Weg Richtung Lagos. Auf dem Weg wollen wir aber noch eine letzte Insel mitnehmen und entscheiden uns von der Landstrasse abzufahren in Richtung “Quinta do Lago“. Hier ist unser Ziel der “Praia do Ancoa”…laut Insidertipp;) ein grandioser Strand der sich an der spitze in fast unberührte Dünen verengt. Unberührt finden wir super…das heisst für uns, keine anderen Menschen, die uns mit hässlichen Sonnenschirmen, Luftmatratzen oder weiß der Geier was, den Blick auf hübsche Strände versauen.

Quinta do Lago: Golferparadies

Als wir durch “Quinta do Lago” durch fahren, wird uns bewußt, dass Quinta do Lago übersetzt sowas heissen muss, wie “Golfers Paradise”…an den Strassenrändern befinden sich riesige, penibel gepflegte Rasenflächen (schätzungsweise wurden hier die Grashalme mit der Nagelschere auf ein und die selbe länge gebracht), die wahrscheinlich jedes Golferherz höher schlagen lassen würden. Dazu gibt es natürlich die passenden 5 Sterne + Resort, wo auch ansonsten für das leibliche Wohl des Golfers und der dazu passenden Ehefrau gesorgt wird. Autoverkehr herrscht hier nicht, dafür sollte man aber beachten, dass der Golfcarfahrer an sich immer Vorfahrt hat, wenn er von einem Abschlag zum nächsten kutschiert. Das war zunächst immer meine Vorstellung von dem was Rentner so den ganzen lieben langen Tag in Florida machen…aber offensichtlich ist ein Teil der Algarve auch ein solches Golf- und Seniorenmekka. Verwirrt aber trotzdem ungeachtet des Golfcarverkehrs folgen wir stur den Schildern zu unserer Praia. Wir stellen unseren Wagen letztendlich auf einem überdachten und bewachten Strandparkplatz ab und laufen über einen langen Holzsteg in Richtung Meer. Am Ende des Steges in den Dünen befindet sich ein Restaurant.

Quinta do Lago Strand

Als wir am Strand ankommen stellen wir fest, dass der Strand trotz Golferkliente tatsächlich sehr schön ist. Im Bereich der Holztreppen befinden sich einige Sonnenliegen und eine Strandbar, die natürlich etwas luxoriöser gestaltet ist, als man es normalerweise von einer Strandbar erwartet. Guckt man allerdings nach links den Strand entlang sehen wir einen weißen und breiten Sandstrand der ins Hinterland durch riesige Dünen getrennt ist. Wir laufen einige Minuten und sind wie die letzten Tage wieder für uns. Heute steht auf unserem “Sportprogramm” spektakuläre Sprünge von den Dünen und dabei noch im richtigen Moment den Auslöser auf der Digicam zu drücken. Wir stellen fest, dass wir mittlerweile Sprungfotoprofis sind und genießen die Abkühlung im Atlantik. Gegen Mittag bekommen wir Lust uns vielleicht doch mal zur Abwechslung noch eine andere Art von Strand anzusehen. Denn schließlich ist die Algarve vor allen Dingen für ihr Traumhaften, tiefen Buchten mit den wahnsinnig rot-braunen Felsen bekannt. Wir beschließen in dem Restaurant in den Dünen etwas essen zu gehen, um dann gestärkt unsere Fahrt zur Praia da Sao Rafael (bei Albufueira) fortzusetzen.

Quinta do Lago Restaurant

Bis wir das von außen sehr nett wirkende Restaurant betreten, welches komplett aus Holz gebaut wurde und den Dünen selber auf Holzstelzen steht, hatte ich verdrängt, dass wir ja eigentlich im Territorium der Golfer unterwegs sind. Dieses Bild spiegelt sich uns dann auch leider beim Mittagstisch wieder. Wir sind die einzigen Gäste, die offensichtlich ungeduscht und nicht im gebügelten Sommerhemd oder Poloshirt ihr Mittag essen zu sich nehmen. Da wir gerne auch weiterhin in der Sonne sitzen würden, bitten wir die Bedienungen um einen Tisch in der Sonne. Sofort wird für uns in mitten einer Tischreihe ein gelber Sonnenschirm zugeklappt…das einheitliche Bild des Restaurans ist zerstört und die Botoxunterspritzte und ultrageliftete Ehefrau unseres Golftischnachbarn äußerst pikiert darüber, dass 1/20 ihres Unterarms von der bösen Mittagssonne bestrahlt wird. Kurz um muss die arme Bedienung hinter der gelifteten Ehefrau, im Durchgang einen neuen Sonnenschirm aufstellen, um den Unterarm auf diesem Weg vor Sonneneinstrahlung zu schützen. Während wir unsere beiden Salate mehr oder weniger genießen, werden wir von links durchgehend mit bösen Blicken gestraft. Die Familie rechts von uns ( sie Geschäftsfrau, er Arzt und die dazu passenden Emporkömmlinge) diskutiert während dessen die Wahl des passenden Internats für den ältesten und die Anschaffung neuer Reitpferde (sind ja Sportgeräte…ähnlich wie Golfschläger;) für die jüngste Tochter, welche sich schon im alter von geschätzten 12 Jahren zu schön für diese Welt findet. Nachdem wir uns an unsere leicht snobistische Mittagsgesellschaft gewöhnt haben, machen wir uns einen Spass aus der ganzen Nummer und schmeissen mit Golf-, Spa-, Aktienfloskeln um uns…

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