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Mein Sporttag mit den Sepak Takraw Jungs

„Es sind die Begegnungen mit Menschen, die das Leben lebenswert machen.“ Auch ich habe während meiner Reise viele Menschen kennengelernt – Afghanistan, Frankreich, Schweden, Argentinien, Niederlande, Australien. Ich habe viele Leute getoffen, jeder mit seiner ganz eigenen Geschichte. Der Kontakt bzw. das Zusammensein mit Einheimischen ist aber nochmal was ganz anderes. Einnblicke in das wirkliche Leben eines Thais zu bekommen, sind sehr besondere Momente.  Ich hatte das Glück am zweiten Tag in Pai Einheimische kennenzulernen.


Sport verbindet, auch auf Reisen
Nach dem Essen wollte ich noch ein wenig herumspazieren und kam dann zu einer Art Sportplatz. Dort spielten Männer und Jungs bunt gemischt, eine Art Fußballtennis. In Asien nennt sich dieses Spiel Sepak Takraw, es ist quasi eine Art Volkssport in Asien. Ich, als leidenschaftliche Sportanhängerin und ehemalige Handballerin, habe mich dazu gesetzt und das Treiben eifrig mitverfolgt. Die Jungs grüßten mich sofort nett und nach einer Zeit kam Tom zu mir. Wir unterhielten uns und er fragte, ob ich nicht Lust hätte mitzuspielen. Ich sagte, dass ich gerne spielen würde, aber in Flip Flops geht das leider schlecht. Er sagte, ich sollte doch einfach am nächsten Tag wiederkommen. Sie wären jeden Abend hier.

Gesagt, getan … am nächsten Tag war ich pünktlich um 18 Uhr da. Von da an spielte ich jeden Tag mit den Jungs. Und bewunderte, was sie alles mit diesem kleinen Ball aus Hartplastik anstellen können. Ich kannte dieses Spiel aus der Uni, was die Jungs da aber auf den Asphalt zauberten, war echt beeindruckend.

Artistisch bis zum geht nicht mehr

Vertikal in der Luft liegend, feuern sie den Ball per Seit- oder Fallrückzieher über das Netz. Wow! Geil anzuschauen und Sport auf höchstem Niveau. Ich bin zwar recht begabt, was das Sportliche angeht, da konnte ich aber nicht mithalten.

Ein Sporttag in Pai

Die Jungs erzählten mir dann, dass sie am Wochenende ein Spiel hätten und fragten, ob ich nicht Lust hätte mitzukommen. Klar, war meine Antwort. Ich war sofort Feuer und Flamme. Und so holte mich Tom am Samstag gegen 10 Uhr ganz Gentleman ab und wir machten uns auf den Weg. Haha, Überraschung, Überraschung, meine Vorstellung und das was ich erlebte, haben sich nicht ganz gedeckt. Da habe ich wohl ein wenig zu europäisch gedacht, typisch. Das Beste war nur, dass was ich erlebt habe, war um Klassen besser. Weil es so einfach ist, und das fasziniert umheimlich. Die Leute spielen ohne Schuhe, in Flip Flops und auf knüppelhartem Beton. Sie sind sich aber nicht zu schade hinzufallen und machen danach weiter, als sei nichts gewesen. Und sie haben so viel Spaß in der Gemeinschaft. Gefühlt war an diesem Tag das ganze Dorf auf dem Sportplatz. Ein riesen Platz, drei Felder, auf denen Volleyball, Fußball und eben Sepak Takraw gespielt wurde. So sieht das in Pai aus.

Die etwas andere Spielvorbereitung 

Spielvorbereitung mal etwas anders

Bevor meine Jungs mit ihrem Match an der Reihe waren, haben wir erst mal eine Spielvorbereitung der ganz anderen Art gemacht. Zunächst haben mich die Jungs zu einem tollen Aussichtspunkt gefahren, von wo man einen großartige Sicht auf die Landschaft hatte. Anschließend gab es einen total leckeren Saft, bevor wir Schnaps tranken. Jep, richtig gelesen, wir haben erst mal schön einen gepichelt, mittags um halb 12. Hat aber nicht geschadet, die Jungs haben ihre beiden Matches an dem Tag gewonnen. Dank mir, haben sie gesagt. Das Treiben auf diesem Platz habe ich mit einem großen Lächeln in meinem Gesicht verfolgt. Klasse, einfach Klasse.

Auch bei der anschließenden Analyse und Vorbereitung für den nächsten Tag durfte ich dabei sein. Bei Lagerfeuer, Gitarre und einheimischen Leckereien haben wir den Abend total gemütlich am Fluss ausklingen lassen. Am nächsten Tag bin ich dann weitergereist, Tom hat mir zum Abschied sein Kopftuch, mit dem er immer spielt, geschenkt. Eine Geste, die mich sehr beeindruckt hat. Ich hoffe, ich sehe die Jungs irgendwann mal wieder.