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Reisebericht Brisbane: Auf geht´s!

Am 29. Jänner 2013 erhielt ich wohl die bis dato beste e-mail meines Lebens: Ich wurde an der University of Queensland in Brisbane, Australien, für ein exchange semester angenommen. Damit erfüllte sich für mich nicht nur der Traum nach Australien zu reisen und dort ein Auslandssemester zu machen, sondern auch die Welt ein bisschen zu erkunden.

Bevor es nach Australien losging, galt es noch viele Dinge zu erledigen, wie zum Beispiel Impfungen, Stipendienanfragen, Anrechnungsbescheide, Visum, Flug und natürlich die Unterkunft. Da mir die Studentenheime der Uni zu teuer waren und ich den australischen lifestyle hautnah kennenlernen wollte, entschied ich mich für einen homestay. Fündig wurde ich auf der kostenlosen Seite www.brisbanehomestay.org: ein Zimmer in einem Haus in West End, in dem neben mir noch ein Australier, zwei Brasilianer, ein Italiener und eine Mexikanerin wohnten – für $170 die Woche (also für australische Verhältnisse recht ok). Im Juli war es dann schließlich soweit und es ging los nach Australien. Die Tochter der Hausbesitzerin holte mich vom Flughafen ab und zeigte mir die Gegend. Das Haus erwies sich als ein Glücksgriff: West End ist ein schönes, grünes Viertel mit schmucken Einfamilienhäusern und einer Vielfalt an kleinen Cafés, Pubs und Restaurants. Das Zimmer war hell, groß und sauber, und meine Mitbewohner luden mich gleich zum Abendessen Essen ein – es gab einen typischen Sunday roast (Sonntagsbraten).

 

Die ersten Tage in Brisbane

Brisbane entwickelte sich sehr schnell zu meiner Lieblingsstadt. Sie liegt am Brisbane River, der sich wie eine Schlange durch die Stadt windet. Schwimmen sollte man eher nicht darin, außer man ist gerne in Gegenwart von bullsharks… Ähnlich wie die vaporetti in Venedig gibt es in Brisbane den CityCat – ein kostenpflichtiges Wassertaxi (das allerdings mit der Buskarte benutzt werden kann). Ein guter Tipp ist der rote CityHopper, ebenfalls ein Wassertaxi, aber gratis! Der CityHopper befährt die Strecke von Southbank bis hinter die Story Bridge. Brisbane Skyline

Damit wären wir auch schon bei einem zweiten Tipp: Southbank! Wahrscheinlich der Ort, an dem ich (neben der Uni) die meiste Zeit in Brisbane verbringe. Southbank liegt direkt am Fluss mit einem grandiosen Blick auf die Skyline von Brisbane am anderen Ufer. Der Cultural Foreground in Southbank ist der Event-Platz – und selten habe ich den leer gesehen. Brisbane Festival, Open air cinema, Flohmarkt, Neon run, Thai food festival,… Es ist immer was los. Am Fluss entlang gibt es eine schöne Promenade (teilweise sogar durch einen künstlich angelegten Regenwald) und etwas weiter innen einen mit Blumen überwachsenen Bogengang. Beide Wege führen an unzähligen Cafés und Parks vorbei – und am Street Beach, einem meiner persönlichen Brisbane-Highlights. Der Street Beach ist ein künstlich angelegter Strand mit Palmen, (haifreiem) Wasser mit traumhaftem Blick auf die Brisbane Skyline. Folgt man der Southbank-Promenade etwas weiter gelangt man ins Viertel Kangaroo Point, sozusagen eine „Halbinsel“ eingeschlossen in einer Haarnadelbiegung des Brisbane River. Sehr imposant sind die berühmten Kangaroo Point Cliffs, auf denen sich immer Kletterer tummeln. Am Fuß der Klippen, direkt am Fluss, gibt es unzählige Grillmöglichkeiten. Die Barbies (australisch für BBQ) sind ohne Zweifel wirklich sehr beliebt und das nicht ohne Grund! Was gibt es schöneres als den Tag mit Freunden bei einem BBQ unter Klippen mit Blick auf Brisbane’s Skyline abzuschließen?

Southbank - Street Beach1

 

Die University of Queensland

Die University of Queensland liegt im Viertel St Lucia – oder liegt St Lucia auf dem Universitätsgelände? Das Unigelände ist auf jeden Fall riesig und besteht wohl zur Hälfte aus Parks und Seen. Die Universität ist also auch durchaus für nicht-Studenten ein tolles Ausflugsziel, vor allem im Frühling, wenn die Bäume zu blühen beginnen und Schwärme voller Kakadus und Papageien aufsteigen. Ich habe mir 4 Kurse ausgesucht, die ich mir als freie Wahlfächer anrechnen lasse – somit konnte ich wirklich die Kurse besuchen, die mich interessierten. Es waren Kurse zu australischer Literatur, indigener Musik, indigenen Frauen und australische Landesbiologie. Mit 4 Kursen ist man bereits Vollzeitstudent, denn die Vorlesungen (zu denen verpflichtende Tutorien dazukommen) sind sehr arbeitsintensiv und aufwendig. Das Verhältnis mit den Professoren ist sehr persönlich – man redet sich mit Vornamen an und es ist nicht ungewöhnlich, dass die Professoren mal Schokolade für die Studenten in den Kurs mitnehmen. Es wird auch sehr viel Wert auf Mitarbeit gelegt. Für alle, die derzeit mit dem Gedanken spielen, sich für diese Uni zu bewerben: Ich kann sie zu 100% empfehlen!

University of Queensland

 

Das war’s für meinen ersten Reisebericht. Im nächsten berichte ich von meinem ersten Ausflug – es ging nach … Byron Bay!

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