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Tavira Portugal Reisebericht

Lissabon – Tavira (28.09.-01.10): Nachdem wir mit etwas Verspätung endlich unseren Mietwagen am Flughafen in Lissabon in Empfang nehmen durften, starteten wir voller Vorfreude unsere kleine Tour durch Portugal in Richtung Tavira. Tavira ist eine der südlichsten Städte an der portugiesischen Algarve und nur rund 40 km von der spanischen Grenze entfernt. Das Küstenstädtchen gilt als eines der beliebtesten und charmantesten der Algarve und wird gerne als das “Venedig Portugals” bezeichnet, auf Grund des “Rio Gilao” der sich durch die malerische Stadt schlängelt, bis er letztendlich im der Stadt vorgelagerten Atlantik mündet. Bekannt ist Tavira für seine zahlreichen Kirchen (40 an der Zahl) welche meist um das 13. Jahrhundert erbaut wurden. Wer kein Interesse daran hat, sich jeden einzelne dieser Kirchen anzugucken, sollte einfach gemütlich durch die Altstadt schlendern und diese mit ihren vielen alten, bunten und doch sehr gut erhaltenen Häuschen auf sich wirken lassen. Unzählige Cafe´s und Restaurants in den kleinen Gassen links und rechtsseitig des Rio Gilao laden dazu ein in der Sonne zu sitzen, den ein oder anderen leckeren Wein zu testen und die Altstadt auf sich wirken zu lassen.

Tavira Unterkunft “Tavira Inn”

Nach einer ca. vier Stündigen Fahrt quer durch Portugal (die Fahrt durch Portugals Landesinnere war eher unspektakulär…wer mehr Zeit hat, sollte sich definitiv für den Weg an der Westküste entlang entscheiden…Landschaftlich ein absoluter Traum) erreichten wir endlich gegen 20 Uhr Tavira. Nachdem wir morgens um 09:00 Uhr in Köln gestartet sind, waren wir beide doch etwas geplättet. Aber die Aussichten auf leckeres Essen, Wein, Tavira und unsere Unterkunft führten zu einem neuen Energieschub.
Sebastiano, der Inhaber des “Tavira Inn”, in welches ich uns über “Booking.com” eingebucht hatte erwartete uns bereits.
Während unserer Ankunft erklärt uns Sebastiano, dass er sein Leben lang in Portugal Hotels gemanagnet hat. Das Haus mit Pool direkt am Rio Gilao hatte er sich zunächst nur als privates “kleines” Ferienhaus gekauft. Nach einem Unfall habe er dann seinen Job an den Nagel gehängt, um sich der Kunst zu widmen und nebenbei sechs separate Räume mit Bad so ausgebaut, dass er sie bequemt vermieten kann. Im großen und ganzen ist im das auch gut gelungen. Unser Zimmer war sehr nett eingerichtet, man hat ausreichend Platz, ein großes Bad und die Wände sind durch Sebastianos eigens angefertigten Bildern individuell dekoriert und eingerichtet. Die drei Zimmer im obersten Stockwerk verfügen über einen Balkon mit Blick auf den Fluss. Die unteren drei Räume haben keinen Balkon, sind dafür aber auch etwas günstiger. Im Innenhof befindet sich ein kleiner Gemeinschaftspool mit angrenzender Terrasse. Sebastiano erklärt uns, dass es sich beim Wasser im Pool, um Salzwasser des Atlantiks handelt. Bevor wir uns letztendlich Tavira bei Nacht angucken, gibt Sebastiano uns noch ein paar Insidertipps bezogen auf die vielen kleinen Inseln und Sandbänke die sich vor der Küste Taviars, sowie den angrenzenden Städten Faro und Olhao befinden.Tavira Inn
Tavira Altstadt
Zu Fuß schlendern wir ca. 10 min vom Tavira Inn am Fluss entlang Richtung Altstadt. Wir sind ganz begeistert von den vielen kleinen verwinkelten Gassen und den zum Teil mit bunten Kacheln verzierten kleinen Häusern. In der Nähe der Markhalle überqueren wir die “Ponta Romana”, eine alte hübsche Steinbogenbrücke, die angeblich schon von den Römern zum überqueren des Rio Gilao genutzt wurde. Auf der linken Flussseite setzt sich der Altstadtkern fort. Hier gibt unzählige Restaurants, die ihre Tische und Stühle in die engen Gassen rausgestellt haben und überall gibt es frischen Fisch und den dazu passenden Wein. Happy über unser erstes charmantes Reiseziel und etwas leckeres zu Essen, lassen wir den Abend ausklingen und freuen uns darauf morgen die Strände des Rio Formosa National Parks zu erkunden.

Tavira Strand “Ilha Tavira”

Tag 2: Ausgeschlafen, wenn auch etwas durchfroren, da die Nächte Ende September/ Anfang Oktober tatsächlich nicht mehr die wärmsten sind, begeben wir uns in das kleine Hafenviertel Taviras. In einer kleiner Parallelgasse zur Markhalle finden wir ein Cafe, dass zum Frühstück getoastet Bauernbrot mit Butter, Schinken, Tomaten, Ei etc. anbietet. Dazu gibts frisch gepressten Orangensaft und Kaffee. Wir bezahlen insgesamt 10,- für unser echt reichhaltiges Frühstück und stellen zudem fest, dass die Portugiesen an sich sehr sehr freundlich sind und einem sehr gerne Auskünfte geben und einem weiterhelfen. Wir beschließen eine Fähre vom Hafen zu nehmen, welche uns dann auf die Ilha Tavira bringen soll. Pro Kopf bezahlen wir für die Hin – und Rückfahrt 1,80 und genießen die 25 minütige fahrt zur Mündung des Flusses bzw. zur Anlegestelle der Insel. Die Insel selber besteht aus einer 11 km langen Sandbank. In der Nähe des Fähranlägers befindet sich ein kleiner Campingplatz sowie einige Strandbars – und Restaurants. Laut Reiseführer ist die Insel im Sommer sehr beliebt, aber bei 11 km Sandstrand findet man wahrscheinlich selbst in den Hochmonaten einen ungestörtes Plätzchen. Ende September müssen wir zumindest nicht weit laufen und finden schnell einen hübschen Strandabschnitt, den wir quasi für uns haben. Obwohl es leider ein wenig bewölkt ist, lassen wir uns den Spass nicht nehmen und testen direkt mal die Temperaturen des “Spätsommeratlantiks”…frisch…ja…aber trotzdem ein muss. Den restlichen Tag verbringen wir damit einfach nur zu faulenzen oder das ein andere “Sagres” (DAS portugisische Bier) an der Strandbar zu genießen. Auf Grund des frischen Lüftchens ist es auf jeden Fall nicht verkehrt den Kauputzen Pulli mit dabei zu haben. Mit Sonne ist der Bikini/ die Shorts zwar absolutes Pflichtprogramm, aber sobald sich mal die ein oder andere Wolke am Himmel blicken läßt kann das ganze in Gänsehautfeeling umschwanken. Also unbedingt beim Rucksackpacken bedenken. Gegen 18 Uhr nehmen wir letztendlich die letzte Fähre von der Insel zurück nach Tavira und lassen den Abend auf unserem Balkon ausklingen. Wir haben unseren zweiten Urlaubstag hinter uns gebracht und sind jetzt schon so unglaublich tiefenentspannt, als hätten wir bereits eine Woche in Portugal verbracht. Das einzige Manko unserer Unterkunft, schräg über dem Tavira Inn verläuft eine Eisenbahnbrücke…an sich ein tolles Fotomotiv, nur vibrieret bei jedem Zug der Tisch samt Weinflasche und Weingläsern. Da die Züge aber offensichtlich, wenn überhaupt nur stündlich in Richtung Spanien rollen und das vor allen Dingen nicht Nachts, ändert die Tatsache unseren ansonsten echt positiven Eindruck vom Tavira Inn nicht.
Olhao: Ilha de Armona:
Tag 3: Unser dritter Tag beginnt mit absolut strahlenden Sonnenschein und verspricht zudem laut Wetter App satte 26 Grad. Wir packen unsere Klamotten und machen uns mit dem Auto auf den Weg nach Olhao. Olhao liegt an der Küste zwischen Tavira und Faro. Vom Hafen Olhaos aus hat man die Möglichkeit verschiedene andere Ilhas mit Fähren anzufahren. Als wir in Olhao ankommen, bin ich froh, dass ich uns hier keine Unterkunft gebucht habe. Im Gegensatz zu Tavira wurde in Olhao offensichtlich nicht besonders viel Wert drauf gelegt, die alten Bauwerke zu erhalten. Anstelle dessen wurden einige klobige Gebäude in der Nähe des Hafens hochgezogen, um hier möglichst genügend Touris unterbringen zu können. Olhao hat weder Charme noch Flair und wirkt zudem, trotz Nebensession leicht überlaufen. Auf Grund dessen habe ich auch die Befürchtung, dass wir eventuell mit der Auswahl unserer heutigen Insel in Klo gegriffen haben könnten. In letzter Minute erreichen wir noch die Fähre in Richtung Ilha de Armona. Tickets kosten 3,50 Hin- und Rückfahrt.
Nach ca. 30 Minuten erreichen wir den Fähranläger und wir sind beide total überrascht. Überall stehen kleine bunte Häuschen und die ganze Insel vermittelt einem das Gefühl, dass man einen kurzen Zwischenstopp auf einer karibischen Insel gemacht hat. Als wir den Steg verlassen schlendern wir erstmal vorbei an einigen sehr coolen und chilligen Strandbars, die defintiv dazu einladen mit den Füßen im Sand und der Sonne im Gesicht eine Kleinigkeit zu essen und zu trinken. Danach laufen wir ca. 20 Minuten durch das kleine Stranddorf der Insel. Überall stehen unglaublich hübsche und gepflegte und trotzdem sehr individuelle Häuschen, die vermietet werden oder nur von ihrern Eigentümern privat genutzt werden. Nachdem wir das Dorf durchquert haben kommen wir an einer endlosen Dünenlandschaft an. Nachdem wir diese durchquert haben, sehen wir einen der schönsten, längsten und weißesten Strände Portugals. Und wie schon am Tag zuvor, habe wir einen Strandabschnitt für uns alleine. Mit viel Glück, kann ich bei dem Portugiesen, der gerade seine Angel in 500 Meter Entfernung in den Atlantik wirft, erkennen, ob und welche Farbe seine Badeshorts hat. Da ich Hendrik genötigt habe, mir einen Beachvolleyball zu kaufen, toben wir uns erstmal im Wasser und am Strand aus…danach sind wir erschöpft und beschließen uns erstmal mittels faulenzen von den “Strapazen” der letzen halben Stunde zu erholen. Ich kann mich an diesem Strand, an den Dünen, dem Atlantik und an der ganzen Insel nicht satt sehen. Irgendwann stellen wir gefrustet fest, dass die letzte Fähre um 17:30 Uhr fährt und wir mindestens noch eine halbe Stunde zum Anleger zurück laufen müssen. Wir sind uns aber beide einig, dass diese Insel jetzt schon ein Highlight Portugals gewesen ist und das wir bei Zeiten vielleicht mehr, als nur ein paar Stunden hier verbringen möchten!

Abschied von Tavira an der Algarve

Als wir gegen 19 Uhr wieder im Tavira Inn ankommen, werden die restlichen Gäste und wir von Sebastiano noch in seine kleine Hauseigenen Bar eingeladen. In seiner Bar gibt es zusätzlich zum ausgezeichneten Wein, den er uns spendiert jede Menge Bilder und Skulpturen zu sehen, die Sebastiano in den letzten Jahren gemacht hat. In jeder Ecke entdeckt man etwas neues Interessantes und Sebastiano erzählt uns von seinen Plänen seine Gäste zukünftig auch mit Frühstück oder vorbestellten Abendessen zu versorgen. Nachdem wir eine seiner selbst gemachten Fischsuppen testen, sind wir zumindest jetzt auch von seinen Kochkünsten überzeugt. Nach einigen Gläsern Wein, werde ich von Sebastiano nach meiner Meinung zu Tavira und vor allen Dingen zu seinen Zimmern gefragt. Und ich kann ihm als Fazit ehrlich antworten, dass tatsächlich alles so gewesen ist, wie ich es erwartet habe und das Tavira Inn bei dem Prei-Leistungsverhältnis auf jeden Fall weiter empfehlen würde. Auch die Stadt Tavira sollte man sich bei einem Tripp durch Portugal definitiv angucken. Eine tolle,hübsche Stadt, die den Tourismus zwar kennt, aber trotzdem ihren alten Flair bewahrt hat.

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