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Von Cartagena nach Panama mit dem Boot

Nachdem wir in Palomino beschlossen hatten Kolumbien in Richtung Panama zu verlassen organisierten wir unseren Segel-Trip in Santa Marta im Hostel mit kleinem Pool in der Mitte – eine sehr nette Art der Reiseplanung. Da der Landweg von Kolumbien nach Panama über die Panamericana nicht möglich ist, bleibt einem ja nur der Flug oder eben das Segelboot. Und sicherlich ein wahnsinniges Erlebnis und zudem auch noch sicherlich der schnellste Weg, um an die langersehnten einsamen Strände des San Blas Archipels zu kommen.

Segeltrip Cartagena – Panama

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Beautiful San Blas Islands


Über die Agentur bluesailing in Cartagena erfuhren wir, dass glücklicherweise schon am nächsten Tag die 15 Meter Segelyacht Perl de Caribe ablegen wird und noch zwei Plätze für uns frei sind. Nicht lang überlegt und für 550 Dollar pro Person sind wir beim 5-Tagestrip mit Komplettverpflegung dabei. MEINE Vorfreude ist riesig, auch wenn ich vor der offenen See schon im Vorfeld meinen Respekt habe. Der Plan lautet 2 Tage auf hoher See, bis wir die einzigarten San Blas Inseln vor der Küste Panamas erreichen. Dort hoppen wir dann über so viele der insgesamt 300 einsamen Inseln wie nur möglich. Wir kannten Fotos von kleinen Sandbänken mit nur einer einzigen Palme drauf 🙂
Vorbereitung Segeltrip
Das allerwichtigste ist genügend US-Dollar für die Weiterfahrt mit dem Speedboat und dem Jeep von Porvenir an der Atlantikküste Panamas nach Panama-City sowie ein paar Drinks auf den Inseln (bei Jonny Maracas müsst ihr nicht mehr fragen – der hat sich nach unserem Besuch zur Ruhe gesetzt) zu kaufen. Genauso wichtig sind allerdings auch die Pillen gegen Seekrankheit, Sagrotan-Spray und natürlich Alkohol. Hier aber mal die Vorbereitungsmail von der Agentur, da steht alles drin:
This is a confirmation email with details and logistics for your adventure to San Blas Islands on the 9th on the boat Perla del Caribe
 
If you have not done so already please bring your passports and payments to our office no later than the  between 9:00-10:00 am for immigration.  Please be at Club Nautico at 6pm on the 8th.  You will depart the following morning.  
 
Since this is a sailing trip we highly recommend you take a small back pack with you with personal belongings you may want on the trip (we’ll give you a list of recommended items), and the rest will be stowed until final destination.
 
When packing your bag that is going to be stowed away we recommend you first pack all of your belongings in a LG plastic garbage bag and then into your backpack, you can buy a single garbage bag at the small corner shops. This is a precaution just in case water enters or it rains while transporting the bags, your belongings will stay dry and safe!
 
For those interested in bringing extra snacks, alcoholic beverages, mixers, etc there is a super market 2 blocks from the marina called “Carulla”.  A great option is to leave your bags at the marina prior to going to the market so you’re not lugging it around.  Also there is a pathway on the Calle Larga in front of the Convention center, there you can find discount alcohol.
 
Once you arrive to San Blas at the end of your trip, your captain will arrange for your transport to Panama City. Please have $40USD cash available for jeeps and boat taxis. We recommend you bring extra cash just in case you want to buy artisan jewelry and/or Molas from the Kuna natives.  If you need to change dollars you can do so in the office, but you will need to give us 24 hours notice (meaning please drop off the pesos 24 hours prior to when you would like to pick up the dollars).  You can also change at any Casa de Cambio or Western Union, but PLEASE DO NOT CHANGE MONEY WITH PEOPLE ON THE STREET.

Any way here is a list of all of the things we recommend to pack in your small pack,
 
List of items for small bag:
 
4-5 days of light clothes
flash light
bathing suit(s)
light sweater or jacket
sun block spf
bug repellent
seasick medication (Dramamina or mareol)
camera and charger
all electronics
reading material
baby wipes
toiletries
we also recommend that you bring a liter bottle of water so that you can keep it by your bed.  🙂
 
ATTENTION: ABSOLUTELY NO DRUGS ALLOWED! THIS IS AN INTERNATIONAL BORDER CROSSING AND ALL INTERNATIONAL LAWS AND PENALTIES APPLY. IT IS VERY LIKELY THE BOAT AT SOME POINT WILL GET SEARCHED BY COAST GUARD (AMERICAN, PANAMANIAN, OR COLOMBIAN).
 
If you should have any other questions or concerns feel free to contact us at your earliest convenience.
 
Also at the end of your trip you will receive a review, if you could please take the time to fill it out and email it back to us that would be amazing!
Regards,
….
We are sailing: From Cartagena to Panama

Nachdem wir alle Besorgungen gemacht hatten, fanden wir uns abends im kleinen Yachthafen von Cartagena an unserem segelboot Perl de Caribe ein. Natürlich waren wir die ersten und mussten dann noch zwei Stunden warten bis wir auf das Boot konnten. Nicht besonders gross aber doch irgendwie hübsch, dachten wir beide. Natürlich nahmen wir auch direkt die Doppelkoje ganz vorn in der Spitze des Segelboots ein – unwissend dessen dass der Seegang dort am schlimmsten zu spüren ist. Aber nachher ist man ja immer schlauer.
Unsere Besatzung:
– 2 junge Amis
– 2 sehr junge Norweger
– Rob ein Holländer
– eine sehr nette Schottin (hier findet ihr ihren Reisebericht)
und Julez der grün-qualmende Captain mit seinem ständig schlafenden Kumpel Jose.
Wir tranken zusammen Rum und ein paar Bierchen bevor es am nächsten morgen dann bei knallender Sonne und leichtem Wind im Hafen von Cartagena losging. Ab aufs Deck und in die Ferne schweifen.
Auf hoher See
Nach einer guten Stunde begannen wir dann zu merken was die hohe See bedeutet. Die beiden Norweger bekamen die ersten Brecher gegen ihre Klampfen gebrettert. Die Gitarren sahen wir erst in San Blas wieder.
Mit jeder Stunde wurde der Wellengang stärker. Und natürlich hatten wir alle die Seekrankheitspillen eingeworfen. Unter Deck war es nicht zu ertragen, da man nur so hin-und-hee geworfen wurde. Auf dem Deck konnte man entweder nur hinten in der Sitzecke sicher sitzen oder vorn auf dem Deck liegen – mit festhalten versteht sich. Alles in allem super anstrengend – aber man gewöhnt sich dran. Ausser Wellen sahen wir den kompletten ganzen Tag nur weitere riesige Wellen und fliegende Fische – die es tatsächlich gibt. Bis um 17 Uhr auf einmal Captain Julez den Delphin-Alarm ausrief. Hinter uns sah man ein Delphinrudel herbeieilen. Sie hüpften und sprangen umher und kamen ganz dicht an unser Boot ran – unglaublich. Nach 5 Minuten war der Zauber dann auch schon vorbei. Es gab wieder ein super Abendessen und es wurde dunkel.
Seekrankheit auf hoher See
Man bemerkte dass es allen Passagieren auf einmal nicht mehr so wohl zu Mute war. Der Horizont war weg und statt die Wellen zu sehen, schlugen sie einfach nur noch gegen das Boot. Als wir dann um 20 Uhr in die Kabinen mussten traf es schon direkt einige..sie mussten sich übergeben. Wir legten uns so schnell es ging hin, da ein stehen oder sitzen unter Deck nicht möglich war. Es folgte eine schreckliche Nacht. Das sollte als Ausführung reichen.
Am nächsten morgen, immernoch nur Wellen und starker Wind. Die Wellen waren höher geworden. Aber wie gesagt man lernt damit umzugehen.
San Blas wir kommen
Nachmittags gegen 17 Uhr trauten wir dann unseren Augen nicht, da wir sm Horizont in Fahrtrichtung kleine Inselchen erkennen konnten. Die Freude war riesig, da dies bedeutet, dass wir nicht noch eine Nacht auf der hohen See verbringen müssen, sondern geschützt von unzähligen Riffs des San Blas Archipels. Wir tranken Bierchen. Ca. 20 Minuten vor Ankunft am ersten Ankerplatz krachten dann überraschenderweise noch 2 Haushohe 4 Meter Wellen in unser Boot. Damit hatte keiner gerechnet auch Julez nicht. Et hat noch immer jot jegange – sagen wir in Köln. Aber irgendwie hatte ich das Gefühl, dass die Welle uns um ein Haar umgeschmissen hätte, nun denn.
Umringt von 5 Mininseln ankerten wir endlich und schwammen natürlich direkt auf die erste einsame Insel. Das Wasser tat ganz gut, da wir alle auch 2 Tage nicht geduscht hatten. Wir assen grossartig zu Abend und feierten.
San Blas Inseln
3 Tage hüpften und schwammen wir von Inselchen zu Inselchen, wobei eine schöner als die andere war. Schnorcheln in alten Wracks die auf das Riff gelaufen waren, gehörte ebenfalls zu den Highlights wie selbstgefangenen Red Snapper zu essen. Ein absolutes Paradies, welches nur von den Ureinwohnern den Kunas bewohnt werden darf. Die Kunas verkaufen frischen Hummer, frischen Fisch oder manchmal auch kalte Getränke. Wir genossen jede Minute.
Am letzten Tag brachte uns nachmittags ein Speedboat eine gute Stunde nach Porvenir ans Festland von Panama. Dort irgendwelche blöden Gebühren bezahlt, wurden wir anschliessend in Jeeps verladen und nach Panama-City gebracht.
Fazit
Ein absolutes Erlebnis, welches ich nicht missen möchte – trotz aller Anstrengung. Die San Blas Inseln als Belohnung sind ein wirklich guter Preis. Wir hatten eine tolle Truppe ind eine super Verpflegung. Die Hygiene auf dem Boot liess jedoch zu wünschen übrig, was zu einem sicherlich der Seegang Schuld war aber auch bestimmt der Männerüberschuss auf dem Boot.

One thought on “Von Cartagena nach Panama mit dem Boot

  1. Sandra

    Danke für den Beitrag. Fliege morgen selbst für 5 Wochen nach Kolumbien. Hatte lange drüber nachgedacht die Tour bis Panama zu machen. Bin jetzt aber ehrlichgesagt froh, dass ich mich dagegen entschieden habe. Mir hatten schon viele Leute gesag, dass die Überfahrt echt schlimm sein kann, aber mit 4 Meter Hohenwellen hätte ich jetzt nicht gerechnet. Naja vielleicht mache ich San Blas dann irgendwann mal von Panama aus!

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