Reiseberichte / Travel Guides
Wie baue ich ein Google Widget
Die guten wissen es schon länger, die aufmerksamen spätestens seit der SEMSEO und für alle anderen möchte ich mit diesem Beitrag einmal erklären, wo man eigenen Content heute so alles platzieren kann. Stichwort: Content-Sharing mit Hilfe von Widgets und Plugins auf personalisierten Startseiten, im Firefox, in WordPress, in Facebook usw. In diesem Post werdet Ihr erfahren warum Ihr unbedingt ein Widget bauen solltet und eine kurze und simple Anleitung erhalten wie man so ein Ding baut.

igoogle-widget
Was ist ein Widget?
Ein Widget, Applet oder eine Minianwendung ist ein kleines Computerprogramm, das nicht als eigenständige Anwendung betrieben, sondern in eine grafische Benutzeroberfläche oder Webseite (Web-Widget) eingebunden wird. Meist handelt es sich um Hilfs- bzw. Dienstprogramme oder Tools. (via Wikipedia)
Bedeutet also. Ich habe Texte, Anwendungen, Links, Charts oder natürlich meine Produktempfehlungen. Mit Hilfe eines Widgets könnte ich diesen Content nun in andere Plattformen integrieren. Noch besser ist eigentlich, dass andere Euren Content in Ihre eigene Plattform integrieren können. Die einfachsten Beispiele sind personalisierte Startseiten diverser Anbieter wie beispielsweise iGoogle oder Netvibes. Vor allem iGoogle erfreut sich reger Nutzung und ist deshalb derzeit besonders interessant, da es sich lohnen kann, sein Widget dort zur Integration anzubieten.

Arten von Widgets
Vorteile eines Widgets
Für diejenigen die glauben, dass es keinen Sinn macht seinen Content auf anderen Plattformen anzuzeigen, da man seine Website ja entsprechend über Traffic monetarisiert, möchte ich die Vorteile benennen. Übrigens gab es ähnliche Diskussionen und Einwände bereits vor 2-4 Jahren als der RSS-Feed auf die heimischen Rechner stürmte. Aber auch da hatten die großen Kritiker damals schnell festgestellt, dass man durch einen RSS-Feed Leser bindet, statt Besucher zu verlieren. Nun die Vorteile:
- Die Nutzerzahlen werden steigen, da die Leute sich nicht die notwendigen Informationen von Ihrer Seite holen müssen, sondern Sie Ihnen die Informationen direkt unterschieben können. Push statt Pull könnte man sagen.
- Die Liste der verfügbaren Gadgets beispielsweise bei Google dient als zusätzlicher Marketingkanal. Vgl. den iPhone-Appstore. Mann muss das Widget nur einstellen und erscheint automatisch in der Suche, Kategorielisten und Benchmarks.
- Durch ein cleveres Anteaser-Konzept kann man den Nutzern nützlichen Content im Widget liefern, detalliertere Informationen jedoch nur auf der Website anbieten. Dies kann beispielsweise ganz einfach durch ein “Mehr Informationen..”-Link geschehen. Vgl. die RSS-Feed Diskussion. Wichtig ist an dieser Stelle allerdings, dass die Teaser-Version dennoch bereits einen wirklichen Mehrwert bietet.
- Thomas Promny nannte es auf der SEMSEO 2009 – Schwanzvergleich-Buttons. Damit waren kleine Badgets gemeint, wie beispielsweise der Twittercounter, der anzeigt wieviele Follower man hat. Diese Dinger werden einfach gern eingebunden, weil man gern zeigt was man hat. Funktionalität haben die Dinger ansonsten eigentlich nicht außer, dass Sie hunderte von Backlinks liefern, da Sie automatisch verlinkt sind. Nice für jeden SEO!
- Somit ist auch klar, dass man unbedingt einen Backlink einbauen sollte. Das gilt häufig sozusagen als die Bedingung, da ja sonst alles kostenlos ist. Dieser Backlink bringt bei iGoogle natürlich keinen Link-Juice aber dafür zusätzlichen Traffic und darum gehts ja letztendlich.
Nachteile eines Widgets
- Aufwand: Zusätzliches Projekt, dass man Monitoren und warten muss.
- Skalierung: Durch enormen Traffic beispielsweise auf der iGoogle-Startseite kann das auch schon mal den eigenen Server in die Knie zwingen. Man weiß irgendwie nie so genau, wieviele Nutzer das eigene Widget tatsächlich hat, da Google nur grobe Werte rauszugeben scheint. Es gibt jedoch die Möglichkeit Zugriffszahlen zu tracken, indem man einen eigenen Analytics-Code im Widget-Skript platziert.
- Ohne Kreativität oder einen wirklichen Nutzen wird auch das tollste Widget sicherlich kaum eingebunden werden.
Wie baue ich ein iGoogle-Widget?
Vorweg: Es gibt mehrere Methoden ein iGoogle-Widget zu bauen. Da hier aber wahrscheinlich nicht nur Programmierer mitlesen möchte ich Euch die einfachste Möglichkeit erklären. Zuerst sollte man sich die Liste schon verfügbarer Google-Widgets anschauen und den Quellcode vergleichbarer Widgets analysieren. (zum Beispiel hier) Hoffentlich wird dann schnell klar, dass es im Grunde nur eine kleine XML-Datei zu erstellen gibt, die entsprechend den Content vom eigenen Server saugt und im Sinne eines iFrames auf der iGoogle-Startseite anzeigen lässt.
Ich habe ja mal das Twitter-Mashup Tweet-Rank gebaut und dachte mir, dass es bestimmt interessant sein könnte die Entwicklung seiner Follower direkt auf der Google-Startseite sehen zu können. Gedacht getan. Ich habe also ein PHP-Skript auf meinen Server gelegt, dass lediglich den Follower-Graphen in einer vorgegebenen Größe anzeigt. Je nachdem welcher Usernamen dem Skript per URL-Parameter vom iGoogle-Widget übergeben wird wird der Graph des entsprechenden Users angezeigt. Das ist quasi das Ding was Ihr selbst bauen müsst. Denkbar ist hier für den Anfang vielleicht nur das Auslesen Eures RSS-Feeds oder so was in der Art.
Dieses Skript gebt Ihr dann in der XML-Datei so an:
<Content type=”url” href=”http://www.tweet-rank.de/gadget_service.php”/>
und mit dem Tag
<UserPref name=“username” display_name=“Name” required=“true”/>
fordert Ihr vom User einmalig die Eingabe des Usernamens. Dieser muss dann selbstverständlich im PHP-Skript per GET-Parameter ausgelesen und verarbeitet werden. Zum Beispiel so:
if ($_GET["up_username"]){
$username = htmlentities($_GET["up_username"]);
}
Die anderen Angaben sollten allerdings auch ordentlich ausgefüllt werden, da sonst kein Listing in Kategorien und Suchergebnisseiten erfolgt. Also bitte die Beschreibung, Sprache, Kategorien etc. mit angeben..siehe den kompletten Quelltext vom Tweet-Rank-Widget hier. Die offizielle Hilfe von Google sowie ein Prototyper findet man hier, sehr hilfreich. Wenn Ihr den ersten Prototypen erstellt habt wird dringend empfohlen das Widget per Gadget-Checker validieren zu lassen. Erst wenn dort alle Fehler beseitigt sind ist es sicher, dass Ihr auch in allen Listen erscheint und das Google-Widget funktioniert. Dort gebt Ihr einfach die URL Eurer XML-Datei und der Check beginnt sofort.
Wenn auch diese Hürde genommen ist, müsst Ihr das Widget nur noch Google bekanntgeben. Also einfach hier die URL nochmals angeben und ein bis 3 Tage warten. Das wars auch. Ach ja und bitte nicht vergessen Euren Analytics-Code in das PHP-Skript einzubauen, da Ihr sonst nie so genau wißt wieviele Leute Euer Gadget wirklich nutzen.
Wem das Ansaugen einer beliebigen Seite nicht ausreicht dem gebe ich folgenden Literaturtipp:
Inspirationen
- Den selbsternannten Gott unter den amerikanischen Widgetbauern mit tollen Beispielen und Inspirationen findet man hier.
- Funktionierende Ideen: Suchboxen, Quick-Polls, Witze, Gebete, Wetter, Trends, …..
- Der Chart den man hier rechts im Blog sehen kann ist übrigens das WordPress-Plugin von Tweet-Rank. Dies verwendet das gleiche PHP-Skript wie das Widget. Lediglich benötigt man hier keine XML-Datei zum Auslesen, sondern ein weiteres PHP-Skript mit WordPress-Variablen etc.., welches dann später als Plugin in den jeweiligen Blogs eingebunden werden muss. Very simple, oder?
- Auch der Trutz gibt einige Tipps zur Erstellung von iGoogle-Widgets
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| Dieser Beitrag wurde von Hendrik am 23. Juni 2009 um 08:17 veröffentlicht und unter Online Geld verdienen abgelegt. Du kannst allen Antworten zu diesem Beitrag durch RSS 2.0 folgen. Du kannst eine Antwort schreiben oder einen Trackback von deiner eigenen Seite hinterlassen. |
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Was heißt 1-3 Tage warten? Auf die AUfnahme ins Verzeichnis?
Meine Widgets warten nun schon allesamt 2 Monate darauf.
vor 3 Jahren
@Horst:
Hast Du denn die Kategorie und Description-Tags entsprechend mitangegeben. Ich würde diese mal verändern und dann neu submitten…Den Fehler hatte ich am Anfang auch gemacht.
vor 3 Jahren
Description ist angegeben, Kategorie nicht. Die ist auch enorm gut versteckt. In der Dokumentation findet sich nichts dazu, nur auf einer FAQ-Liste wird erwähnt, dass man die optional angeben kann, wenn man den unbedingt will.
http://code.google.com/intl/de/apis/gadgets/faq.html#HowDoISetCategory
Ich probier’s jetzt einfach mal mit. Besten Dank.
Achso: Das supergeniale Gadget, wovon ich rede ist übrigens das hier: http://www.sommr.de/widgets.html
vor 3 Jahren
Hmmm… schon wieder 2 Wochen um und noch keine Rückmeldung. Irgendwas muss ich falsch machen.
Bei Microsoft klappt’s immer schnell. Das oben angegebene Gadget hat schon lange über 1000 Installationen. Jaja, nach dem Sinn jetzt besser nicht fragen….
vor 3 Jahren
Hallo Horst,
ich habe gerade mal Dein Widget mit meinen verglichen. Folgende attribute könnten Dir noch fehlen:
author_location,author_link, category, directory_title
Zudem würde ich mal eine etwas längere Description probieren.
vor 3 Jahren
Danke. category war schon drin, den Rest habe ich nun mit aufgenommen und nochmal gesendet. Mal gucken was passiert.
vor 2 Jahren
Danke für die detailreiche Erklärung! Greifst du auch auf outsourcer zurück um widget-projekte umzusetzen?